13. Oktober – Kuranda, umschwirrt von Schmetterlingen und Papageien

Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda

Ein neuer Tag bricht an. Gleich nach dem Frühstück beschließen wir, nach Kuranda zu fahren. Das Bergdorf mitten im tropischen Regenwald liegt nur eine halbe Autostunde von Cairns entfernt. Der Kennedy Highway führt uns direkt dorthin. Die Straße schlängelt sich die Berge hinauf und wir kommen nur mühsam voran. Auf einer Höhe von etwa 900 Metern leuchtet die Natur im satten grün. Grasbedeckte Hügel und Regenwälder zeichnen das Landschaftsbild. Das Wetter spielt zwar nicht ganz so mit, doch freuen wir uns auf Kuranda. Auf der Spitze erwartet uns ein kleiner Ort in den Atherton Tablelands. An der Hauptstraße reihen sich zahlreiche Geschäfte und Restaurants nebeneinander. Natürlich hat Kuranda mehr zu bieten. Hier findet man u.a. bunte Märkte, Galerien und obendrein Tierparks.

Die Parkplatzsuche gestaltet sich zunächst schwierig. Dennoch haben wir Glück, dass gerade ein Platz frei wird. Eine Alternative zum Auto wäre eine Fahrt mit der Kuranda Scenic Railway gewesen. Die Seilbahn ist eine beliebte Verbindung von Cairns durch den Barron-Gorge-Nationalpark. Wir wollen aber noch ein wenig weiterfahren und sind folglich mit dem Auto besser unterwegs. Unser erster Besuch gilt dem Australian Butterfly Sanctuary. Das australische Schutzgebiet für Schmetterlinge befindet sich direkt im Herzen der Stadt.

Der Eintrittspreis ist mit 20,- AUD für jeden von uns kein billiges Vergnügen. Aber der Besuch soll sich lohnen. Schon kurz darauf sind wir umgeben von großen, kleinen und bunten Schmetterlingen, die sich vereinzelt sogar auf unsere Hand setzen. Während wir beim Wandern die schönen Wege entdecken, schwirren über 1500 prächtige Schmetterlinge durch das Gewächshaus. In der größten Aufzucht-Voliere der Südhalbkugel ist alles dabei. Die Vielfalt der Schmetterlingsarten und Motten ist erstaunlich. Einfach bezaubernd!

Hier kann man sogar die weltweit größte Motte bewundern. Alle Schmetterlinge sind einheimische Arten. Dazu gehört der elektrische blaue Ulysses und der grüngelbe Birdwing. Einige der Exemplare sind ständig in Bewegung, das erschwert das Fotografieren. Das Gebäude ist nicht sehr groß, trotzdem kann man schnell eine Stunde dort verbringen. Den Schmetterlingsgarten von Kuranda können wir empfehlen.

Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda
Butterfly Sanctuary, Kuranda
Birdworld Kuranda
Birdworld Kuranda

Gleich nebenan folgt ein Besuch der Birdworld Kuranda. Der Vogelpark ist einer der größten Freiflug-Voliere in Australien. Der Eintritt von 31,- AUD für Erwachsene ist kein Schnäppchen. An der Kasse gibt es die Möglichkeit, Futter zu kaufen, damit man der beste Freund eines Papageis wird. Wir tauchen ein in die einzigartige Tierwelt im Norden Queenslands. Die gefiederten Stars warten bereits auf unseren Besuch. Vogelarten aus den verschiedensten Regenwäldern der Welt fliegen um uns herum. Darunter sind 75 verschiedene Arten, von denen viele heimisch sind. Neben Aras aus dem Amazonas-Regenwald leben freche Kapuzen, Lories und Kakadus im Vogelpark. Außerdem gibt es auch Schwäne, Entenvögel und Tauben zu bewundern. Ähnlich wie beim Butterfly Sanctuary ist das Gehege recht klein. Schöner wäre es, die Vögel in freier Wildbahn zu erleben. Aber dafür bräuchte man eine große Portion Glück.

An Teichen und exotischen Pflanzen vorbei schlendern wir durch die Landschaftsgärten und kommen den Vögeln ganz nah. Die Tiere geben Anlass zum Staunen und verzaubern uns mit einem Farbrausch. Einige Bewohner des Parks fallen durch ganz besondere Merkmale oder Eigenschaften auf. Mit dem gekauften Futter hat Sev schnell einen gefiederten Freund auf der Schulter sitzen. Angst darf man keine haben. Die Vögel sind sehr neugierig und aufdringlich. Sie landen auf den Köpfen und Schultern der Besucher.

Wenn man nicht aufpasst, plündern sie den Schmuck oder die Ohrringe. Die beste Besuchszeit, um die Vögel zu beobachten, ist die Mittagspause, weil dann weniger Besucher kommen. Trotzdem sollte man etwas Zeit mitbringen, wenn man alle Vögel sehen möchte. Für Vogelliebhaber und Hobbyfotografen ist das Birdworld Kuranda gleichermaßen zu empfehlen. Ein Besuch lohnt sich!

Curtain Fig Tree – der Vorhang Feigenbaum

Gillies Highway, Atherton Tablelands
Gillies Highway, Atherton Tablelands

Südwestlich von Cairns erhebt sich das Hochplateau der Atherton Tablelands. Nach den tierreichen Begegnungen wollen wir außergewöhnliche Baumriesen, Kraterseen und Wasserfälle erleben. Von Kuranda folgen wir dem Kennedy Highway Richtung Atherton und biegen an einer Kreuzung auf den Gillies Highway ab. Mit unserer Navigationsapp „Scout“ müssen wir nicht mehr tun als Gas geben und lenken. Die von Vulkanen geformten Landschaften aus grasbedeckten Hügeln und Wäldern sind sehr fruchtbar. Der ursprüngliche Regenwald, wurde weitgehend abholzt und in Weideland umgewandelt. Auf der kurvenreichsten Straße Australiens gelangen wir nach einer Stunde Autofahrt zu unserem nächsten Ausflugsziel. Die Atherton Tablelands sind die Heimat vieler alter Baumriesen. Einer davon ist der Curtain Fig Tree, einer der größten Vorhang Feigenbäume Queenslands.

Curtain Fig Tree
Curtain Fig Tree
Curtain Fig Tree
Curtain Fig Tree
Curtain Fig Tree
Curtain Fig Tree

Im Curtain-Fig-Nationalpark führt ein Holzplankenweg vom Parkplatz aus um den Baum herum, damit man ihn aus jedem Blickwinkel bestaunen kann. Mit einer Höhe von 50 Metern und einem Stammumfang von 39 Metern ist der Würgefeigenbaum so groß, dass man ihn nur schwer aufs Foto bekommt. Der Curtain Fig Tree ist einfach gigantisch! Er gehört zu den faszinierendsten Bäumen, die wir jemals gesehen haben. Eine Informationstafel erzählt die Geschichte des 500 Jahre alten Baumes. Die Würgefeige tötet seinen Wirtsbaum, um selbstständig leben zu können. Die Luftwurzeln der Würgefeige wachsen am Baumstamm entlang, bis sie den Erdboden erreichen. Ab diesem Zeitpunkt kann die Würgefeige selbst Nährstoffe aus dem Boden entnehmen und das Wachstum beschleunigen. Das dichte Baumgeflecht der Würgefeige wird immer enger und entzieht dem Wirtsbaum endgültig das Licht und die Grundlage zur Nährstoffaufnahme. Er wird immer schwächer und stirbt letztendlich daran. Dieser Vorgang kann mehrere Jahre dauern.

Lake Barrine – Kratersee in den Atherton Tablelands

Lake Barrine
Lake Barrine

Auf dem malerischen Gillies Highway fahren wir weiter in Richtung Danbulla. Es gibt noch mehr zu entdecken. Nach etwa 10 Minuten Autofahrt ist unser nächstes Ausflugsziel der Lake Barrine. Der Süßwassersee liegt nicht weit von der Straße entfernt und ist umgeben von dichtem Regenwald. Er ist eigentlich ein wassergefüllter Krater, der durch einen Vulkanausbruch entstand. Im glasklaren und warmen Wasser fühlen sich nicht nur Touristen wohl. Ein 5 Kilometer langer gut ausgebauter Wanderweg führt um den See herum. Wer möchte, kann eine Bootsfahrt unternehmen oder eine Pause im charmanten Teehaus mit Seeblick genießen. Wir haben genug gesehen und machen uns auf den Weg, um weiter zu fahren.

Wanderweg, Lake Barrine
Wanderweg, Lake Barrine
Wanderweg, Lake Barrine
Wanderweg, Lake Barrine
Wanderweg, Lake Barrine
Wanderweg, Lake Barrine
Lake Barrine
Lake Barrine

Cathedral Fig Tree – wie in einem "Der Herr der Ringe" Film

Ganz in der Nähe steht ein weiterer Vorhang Feigenbaum. Am Ende einer kurvenreichen Straße fahren wir in den tiefen Wald des Danbulla Nationalpark. Hier thront der etwas weniger bekannte Cathedral Fig Tree. Wir spazieren durch einen tropischen Regenwald. Zumindest das, was von ihm übrig geblieben ist. Gemeinsam wollen wir die Tier- und Pflanzenwelt entdecken, die uns umgibt. Das einzige Tier, das wir entdecken, entpuppt sich als australisches Buschhuhn. Man kann den Würgefeigenbaum vom Parkplatz in weniger als 10 Minuten zu Fuß erreichen. Der Cathedral Fig Tree ist eines der Wahrzeichen der Atherton Tablelands und auf jeden Fall einen Abstecher wert. Der Baumriese erinnert uns an einen "Der Herr der Ringe" Film. Es ist ein geheimnisvoller Baum voller Vogelnester. Vom ersten Moment an sind wir fasziniert von dem magischen Vorhang Feigenbaum. Im Gegensatz zum Curtain Fig Tree steht der Cathedral Fig Tree noch senkrecht. Sein Alter wird ebenfalls auf 500 Jahre geschätzt. Auch hier erdrosselt die gigantische Würgefeige regelrecht ihren Wirt.

Millaa Millaa Falls – einer der schönsten Wasserfälle Australiens

Millaa Millaa Falls
Millaa Millaa Falls

Die Atherton Tablelands haben nicht nur grüne Regenwälder zu bieten, sondern auch einige der schönsten Wasserfälle Australiens. Diese wollen wir uns auf keinen Fall entgehen lassen und fahren weiter über die Stadt Malanda zum kleinen Ort Millaa Millaa. Nach einer halben Stunde Autofahrt startet dort unsere kleine Rundfahrt entlang der Panoramastraße Waterfall Circuits. Die 16 Kilometer lange Strecke führt uns durch grüne Wiesen und Felder, die von der Milchwirtschaft genutzt werden. Zuerst geht es zu den Millaa Millaa Falls. Die Zufahrtsstraße ist am Ende etwas schmal, aber ohne Probleme befahrbar. Urplötzlich überquert eine Herde Kühe die Straße und versperrt uns den Weg. Langsam aber sicher geht es vorwärts. Vom Parkplatz starten wir eine kleine Wanderung zum Wasserfall.

Waterfall Circuit, Millaa Millaa Falls
Waterfall Circuit, Millaa Millaa Falls
Waterfall Circuit, Millaa Millaa Falls
Waterfall Circuit, Millaa Millaa Falls
Farne, Millaa Millaa Falls
Farne, Millaa Millaa Falls

Die Millaa Millaa Falls zählen zu den schönsten Wasserfällen Australiens. Sie sind so beliebt, dass man sie sich mit vielen Besuchern teilen muss. Mit einer Höhe von über 18 Metern ist der fotogene Wasserfall nicht einmal der höchste oder breiteste. Umgeben von tropischem Regenwald und riesigen Farnen lädt ein Wasserloch davor zum Baden ein. Vergesst nicht eure Badesachen einzupacken! Es gibt es sogar einen Picknickbereich zum Entspannen. Gar nicht so einfach, ein Erinnerungsfoto ohne Badegäste zu knipsen.

Ellinjaa Falls – malerischen Kaskaden

Ellinjaa Falls
Ellinjaa Falls

Der Rundkurs führt uns weiter zu den Ellinjaa Falls. Diesen Wasserfall haben wir am Ende unserer Tagestour fast für uns allein. Ein kurzer Wanderweg führt vom Parkplatz hinab zu den malerischen Kaskaden, die über eine Reihe von Lavasäulen fließen. Das Rauschen des Wassers ist schon vom weiten zu hören. Wir genießen den Moment und die Atmosphäre. Die Ellinjaa Falls laden ebenfalls zu einem Erfrischungsbad ein. Der Wasserfall ist ein spektakuläres Naturschauspiel und ein lohnendes Fotomotiv. Danach wird es Zeit für die Rückfahrt. Bis zu unserem Apartment in Clifton Beach, liegt noch eine lange Autofahrt vor uns. Bei einem gemeinsamen Abendessen im Restaurant Coco Mojo Bar & Grill lassen wir unsere Erlebnisse Revue passieren. Es ist ein perfekter Abschluss in Queensland! Wir werden irgendwann wiederkommen.

Wanderweg, Ellinjaa Falls
Wanderweg, Ellinjaa Falls
Wanderweg, Ellinjaa Falls
Wanderweg, Ellinjaa Falls
Wanderweg, Ellinjaa Falls
Wanderweg, Ellinjaa Falls