03. August – Fisgard Lighthouse, ältester Leuchtturm an Kanadas Westküste

Ausgeschlafen und gestärkt von einem Frühstückssnack bei Starbucks starten wir den Tag mit einem Ausflug zum Fisgard Lighthouse. Der Leuchtturm liegt auf einer Landzunge unterhalb von Fort Rodd Hill, auf der westlichen Seite von Victorias Hafen. Wir müssen nicht weit fahren, bis wir die Einfahrt zum Fort Rodd Hill direkt über den Ocean Boulevard erreichen. Das Fort ist eine der am besten erhaltenen Festungen auf Vancouver Island. Sie diente als Schutz für den Hafen, der früher ein wichtiger Stützpunkt der Royal Navy war. Am Parkplatz ist ein Eintritt von 10 Dollar pro Person fällig. Auf dem Spazierweg zum Leuchtturm erkunden wir die Überreste einer Festung und bekommen dabei Geschütze, Kommandoposten, Wachhäuser und unterirdische Bunkerkomplexe zu sehen. Direkt daneben thront an der felsigen Küste des Pazifiks unser eigentliches Ausflugsziel. Es besteht aus einem weiß gestrichenen Leuchtturm und einem roten Wärterhaus. Auch ein Bootshaus gehört dazu. Das historische Wahrzeichen war das erste Leuchtfeuer der britischen Kolonie auf der Insel. Es ist noch heute in Betrieb und in den entsprechenden Seekarten verzeichnet. Im Inneren des Gebäudes gibt es auf zwei Etagen Infos über die Geschichte,  Schiffswracks und Stürme. Es können zwar nicht alle Räume besichtigt werden, aber man bekommt trotzdem einen guten Einblick. Das Fisgard Lighthouse ist ein wunderschönes Fotomotiv und unbedingt einen Ausflug wert! Wir sind begeistert.

BC Ferries – Fährverbindung zum Festland

BC Ferries
BC Ferries

Es ist bereits Mittag und unser Aufenthalt auf Kanadas wilder Insel neigt sich langsam dem Ende zu. Hier wären wir gern länger geblieben. Es heißt Abschied nehmen vom schönen Vancouver Island. Gesagt und getan, per Schiff geht es zurück ans Festland. Die Fähren der staatlichen Fährgesellschaft BC Ferries pendeln während der Sommermonate im Stundentakt nach festem Fahrplan. Die Überfahrt von der Swartz Bay nach Tsawwassen dauert zwischen ein und zwei Stunden und führt mitten durch die Inseln der Gulf Islands. Reserviert haben wir dieses Mal keine Fahrkarte. Eine lange Wartezeit gibt es heute nicht. Alle drei Parkdecks sind schnell mit Fahrzeugen gefüllt. Pünktlich nach Fahrplan legen wir schon mit der nächsten Fähre ab. Gekostet hat uns das Ticket für die Fährverbindung samt Auto und Personen insgesamt 90 Dollar. Die Mehrkosten von 18 Dollar für die Reservierung haben wir uns auf der Rückfahrt gespart.

Die Hin- und Rückfahrt mit der Autofähre ist kein billiges Vergnügen. Wegen der tollen Naturerlebnisse und Sehenswürdigkeiten ist es uns das allemal wert. Während der Überfahrt entspannen wir uns auf dem Schiffsdeck und erleben ein beeindruckendes Landschaftsbild aus bewaldeten Inseln, kleinen Fischerorten und Buchten. Der Himmel zeigt wieder sein schönstes Blau. Beste Bedingungen für eine tolle Fernsicht auf den Mount Baker, ein eisbedeckter Gipfel im Gebirgszug der Kaskadenkette in Washington. Einmal an Bord gibt es eine Vielzahl von Dingen, die man während der Überfahrt tun kann. Uns knurrt der Magen und deshalb führt unser Weg direkt ins Bordrestaurant. Dort gibt es eine große Auswahl an Speisen und Getränken. Es ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Port of Entry – Welcome to the United States

Grenzübergang Blaine, Washington
Grenzübergang Blaine, Washington

Wir haben wieder festen Boden unter den Füßen. Für uns geht die Fahrt weiter in Richtung Seattle, unser letztes Reiseziel. Es ist nicht mehr weit bis zum USA-Grenzübergang in Blaine zu erreichen. An der Grenze von Kanada und den Vereinigten Staaten gibt es einen wunderschönen Park. Der Peace Arch Park besteht aus weiten Rasenflächen und schönen Blumenbeeten. Angelegt wurde der Park zusammen mit einem Monument für den dauerhaften Frieden zwischen beiden Ländern. Es herrscht großer Andrang vorm Grenzübergang. Endlich sind wir an der Reihe. Unsere Stimmung ist wie jedes Mal angespannt. Bei der Kontrolle ist die Grenzbeamtin zunächst etwas verunsichert, da wir über den Landweg zuerst in Alaska einreist sind. Nach der Prüfung unserer Reisepässe und der obligatorischen  Fragerei dürfen wir den Grenzübergang passieren und weiterfahren. Juhu, Seattle wir kommen!

Kerry Park – Geheimtipp für die beste Aussicht auf Seattles Skyline

Es sind bereits zwei Stunden im Auto vergangen, als wir auf der Interstate 5 in Seattle ankommen. Es ist unser dritter Aufenthalt in Emerald City, wie die Stadt gerne von den Einheimischen bezeichnet wird. Aufgrund des schönen Wetters führt unser Weg zuerst zum Kerry Park. Der Park, der auf den Queen Ann Hügeln liegt, gilt als der Geheimtipp für die beste Aussicht auf Seattles Skyline. In einer Reihe von Reiseführern findet der Kerry Park keine Erwähnung. Vollkommen zu Unrecht, finden wir! Er bietet eine unübertroffene Aussicht auf die Elliot Bay und die Skyline der Stadt mit dem Mount Rainier im Hintergrund. Wir haben Glück und können zum ersten Mal bei klarer Sicht den über 4000 Meter hohen Vulkanberg deutlich im Hintergrund erkennen. Das war bei unseren letzten Aufenthalten nicht immer so. Im Gegensatz zum Abend sind am Nachmittag noch nicht so viele Besucher im Park unterwegs. Wer in Seattle übernachtet, sollte unbedingt zum Sonnenuntergang in den Kerry Park kommen. Dann eröffnet sich nach Eintritt der Dunkelheit bei tausenden bunten Lichtern der Stadt vor der Space Needle ein wahres Fantasy-Szenario. Zu sehen bekommt ihr diese Bilder in unserem Reisebericht von 2013.

The Cheesecake Factory – Käsekuchen in allen Variationen

Nachdem wir in der Unterkunft "The Maxwell Hotel“ für die letzte Nacht unserer Nordamerikareise eingecheckt haben steht ein Ausflug bei Dunkelheit in Seattles Zentrum an. Das Boutique-Hotel liegt unmittelbar an der Space Needle unweit vom Kerry Park entfernt. Es hat uns bereits beim letzten Aufenthalt in 2013 sehr gefallen. Wir spazieren in Richtung Space Center und fahren mit der Monorail ins Getümmel der Großstadt. Die Einschienenbahn startet in der Nähe der Space Needle und endet am Westlake Center Plaza, einem Einkaufszentrum. Allerdings sind wir nicht zum Shoppen gekommen, sondern für einen Besuch in unserem Lieblingsrestaurant „The Cheesecake Factory“, das an der Ecke Pike Street liegt. Das Restaurant ist eine Institution. Ob mittags oder abends, es ist immer gut besucht. Deshalb müssen wir auf einen unseren Tisch über 30 Minuten warten. Die Portionen sind riesig und der Service ist gut. Von Pasta, Pizza, Burger und Steaks gibt es viele weitere Speisen auf der Karte. Die Krönung ist natürlich der Käsekuchen, den es in allen Variationen gibt. Auf diesen Moment hat sich Sev fast ein Jahr lang gefreut, besonders auf das leckere Schokokuchen-Eis „Godiva Chocolate Brownie Sundae“. Die Enttäuschung ist groß, als die Bedienung uns mitteilt, dass gerade dieses Dessert ausverkauft ist. Als Sev ihr mitteilt, dass wir nur aus diesem Grund nach Seattle gekommen sind, spendiert uns das Restaurant als Trost einen „Godiva Chocolate Cheesecake". Der Abend ist gerettet.

Space Needle – über den Dächern von Seattle

Gestärkt spazieren wir zurück zum Westlake Center Plaza, wo kurz vor 23 Uhr die letzte Monorail zum Seattle Center auf uns wartet. Unterwegs werden wir Zeugen einer kriminellen Tat. Vor unserer Nase rennt eine vermummte Person über die Straße und reißt einem Fußgänger die Tasche aus der Hand.  Schnell spurtet der Täter davon. Der Beklaute nimmt die Verfolgung auf und ist ebenso schnell aus unserem Sichtfeld verschwunden. Anscheinend haben wir die Gefahr eines Überfalls völlig unterschätzt. Gut, dass die Bahnstation am Einkaufszentrum nicht mehr weit von uns entfernt ist. Wenig später befinden wir uns schon vor der Space Needle. Beim letzten Besuch in 2013 hatten wir das 360°-Panoramadeck der Weltraumnadel bei Tageslicht besucht. Bei Nacht ist Seattle aber wesentlich schöner. Deshalb kaufen wir uns Kombitickets für den Besuch der Space Needle und der Chihuly Garden and Glass Ausstellung, die sich direkt neben dem Turm befindet. Gekostet hat uns der Spaß 33 Dollar pro Person. Weil die Glasausstellung bereits geschlossen hat, ist ein Besuch für den nächsten Tag geplant. Mit dem gläsernen Aufzug der Space Needle stehen wir in weniger als einer Minute auf der Aussichtsplattform, die sich in einer Höhe von 184 Metern befindet. Kurz vor Mitternacht gibt es kaum Besucher. Man hat die 360°-Aussicht über den Dächern von Seattle fast für sich allein. Den atemberaubenden Blick bei Dunkelheit sollte man sich nicht entgehen lassen! Gute Nacht Seattle.