Tag 08. Banff National Park – Moraine Lake

Nach dem Blick aus dem Fenster auf den wolkenlosen Himmel ist unsere Freude groß. Aufgrund des schönen Wetters beschließen wir heute Vormittag zum Moraine Lake zu fahren. Gleich nach dem leckeren Frühstück von Peter und seiner französischen Mitarbeiterin geht es schon los. Der Moraine Lake liegt nur 15 Autominuten vom Lake Louise entfernt und bietet die Möglichkeit beide Seen miteinander zu kombinieren. Wegen der grauen Wolken am Vortag hatten wir einen Besuch aber aufgeschoben. Die Straße zum Moraine Lake führt ein Stück Bergauf und bietet nur begrenzte Parkmöglichkeiten. Obwohl der Parkplatz nicht unbedingt klein ist, haben wir das Problem einen zu finden.

Auf dem Rockpile, Lake Moraine
Auf dem Rockpile, Lake Moraine

Uns bleibt nichts anderes übrig als am Rand der Straße zu parken, das schon einige vor uns getan haben. Vom Parkplatz spazieren wir über einen Wanderweg auf einen 50 Meter hohen Steinhügel, der sich Rockpile nennt. Von hier oben hat man eine atemberaubende Aussicht auf den See, der von zackigen Berggipfeln und Gletschern umgeben ist und ein sehr beliebtes Fotomotiv ist. Die einzigartige Farbe des Moraine Lake stammt genau wie beim Lake Louise von den Segmenten des Gletscherwassers. Er ist genauso schön, nur nicht so ganz so groß wie sein berühmter Nachbar. Das Gebiet um den See ist mit weiteren Wanderwegen erschlossen, die aber wegen der Grizzlybären nur in einer Gruppe von mindestens 4 Personen betreten werden sollten.

Auf dem Rockpile, Lake Moraine
Auf dem Rockpile, Lake Moraine

Paradies für Kanufahrer

Moraine Lake, Kanufahrt
Moraine Lake, Kanufahrt

Am Bootssteg unterhalb der Moraine Lake Lodge geht für uns ein lang ersehnter Wunsch in Erfüllung. Der See ist ein wahres Paradies für Kanufahrer und deshalb ein Muss für uns, um eine Fahrt mit dem Kanu zu wagen. Der Spaß ist mit 50 Dollar pro Stunde kein Schnäppchen, dafür aber ein unvergessliches Erlebnis. Nach einer kleinen Einweisung am Seeufer kann es losgehen. Sev darf vorne Platz nehmen, Nik bleibt hinten und übernimmt die Kontrolle über das Kanu. Das Wasser des Sees ist ganz seicht und das Paddeln geht kinderleicht von der Hand. Die Kanufahrt auf dem Moraine Lake können wir jedem weiterempfehlen, auch weil sich der See von einer neuen Perspektive zeigt.

Spiral Tunnels

Als nächstes fahren wir zum Aussichtspunkt Spiral Tunnels, der sich am Trancanada Highway, westlich des Kicking Horse Passes befindet. Mit etwas Glück kann die die extrem langen Züge sehen, die durch die Tunnel fahren. Während die vorderen Waggons den Tunnel wieder verlassen haben, fahren die hinteren Waggons gerade erst hinein.

Yoho National Park

Natural Bridge, Kicking Horse River
Natural Bridge, Kicking Horse River

Ebenfalls auf dem Programm steht heute der Yoho National Park. Er gehört zu den kleineren Parks der Rocky Mountains und befindet sich in der Provinz Britisch Columbia. Ausgewaschene Felswände, große Wasserfälle und smaragdgrüne Seen prägen das Landschaftsbild. Alle Sehenswürdigkeiten können bequem vom Transkanada Highway erreicht werden, der den Park in zwei verschiedene Bereiche unterteilt. Mitten durch das Yoho Valley verläuft der Kicking Horse River, der von dem Schmelzwasser der umliegenden Gletscher gespeist wird. Die einzige Ortschaft des Parks ist Field, in der wir eine Übernachtung im Canadian Rockies Inn verbringen werden. Der Name Yoho stammt übrigens von den Indianern und hat die Bedeutung „Bewunderung“.

Natural Bridge

Wenige Kilometer vom Highway entfernt erreichen wir die Natural Bridge. Es ist ein Bogen, in den der reißende Kicking Horse River ein Loch in den Kalkstein gefressen und ausgehöhlt hat, das nur noch von einer natürlichen Brücke überspannt wird. Wie viele andere Sehenswürdigkeiten gehört auch diese Steinbrücke zu den Touristen-Magneten des Parks. Wer zum Emerald Lake fährt, sollte einen Stopp an der Natural Bridge einlegen, da sich der Parkplatz unmittelbar zur Straße direkt neben der Bridge befindet.

Emerald Lake

Emerald Lake Lodge
Emerald Lake Lodge

Kurz darauf folgt einer der schönsten Plätze der Rockies, dem Emerald Lake. Der smaragdgrüne See liegt inmitten einer 3000 Meter hohe Bergkette und einem Fichtenwald. Auch dieser See wird von kaltem Gletscherwasser gespeist und verdankt seine Farbe einem Gesteinsmehl. Wir haben heute trotz heftigem Wechsel zwischen Sonne und Wolkenfeldern Glück und dürfen den überwältigen Anblick des glasklaren Sees genießen. Besonders Reizvoll ist die Lage der Emerald Lake Lodge, die auf einer Halbinsel des Sees thront. In der klassischen Blockhaus-Lodge ist unter anderem auch ein Restaurant untergebracht. Am Bootsverleih kann man Kanus mieten, was für uns nicht mehr in Frage kommt, da wir dieses Vergnügen bereits auf dem Moraine Lake hatten. Uns hat der Aufenthalt am See gut gefallen, gerade wegen des geringeren Besucherandrangs und der schönen Idylle.

Takakkaw Falls

Takakkaw Falls, Wanderwege
Takakkaw Falls, Wanderwege

Am Ende einer kurvenreichen Straße mit einem steilen Bergpass in das Yoho Valley befinden sich die Takakkaw Falls. Schon auf der Fahrt zum Aussichtspunkt ist das grandiose Naturschauspiel von weitem zu sehen. Mit ihren rund 384 Metern Falltiefe gehören sie zu den höchsten Wasserfällen Nordamerikas, die aus dem Schmelzwasser eines Gletschers gespeist werden. Vom Parkplatz führt ein kurzer Wanderweg über eine Brücke des Kicking Horse River direkt vor die Takakkaw Falls. Aber Vorsicht, wer bis zum Fuß der Fälle wandert, kassiert eine kostenlose Dusche. Das Wort Takakaw stammt übrigens von den Indianern und bedeutet „Wundervoll“. Es ist zwar nicht unser erster Besuch, aber es gehört zweifelslos zu den Highlights der Rockies. Der richtige Zeitpunkt für einen Besuch ist der späte Nachmittag, dann zeigt das Panorama in Sonne mit kräftigen Farben und vielen kleinen Regenbögen. Wer mehr Zeit mitbringt, kann noch eine Wanderung zu den Twin Falls oder zum Little Yoho River unternehmen.

Takakkaw Falls, Panorama
Takakkaw Falls, Panorama

Wapta Falls

Wanderweg, Wapta Falls
Wanderweg, Wapta Falls

Als letztes Ausflugsziel für heute stehen die Wapta Falls auf dem Plan, die sich am westlichen Eingang des Yoho Parks befinden. Vom Transkanada Highway führt eine unbefestigte Straße direkt zum Wapta Falls Trail. Um die Wasserfälle sehen zu können, muss vorher ein 2,4 Kilometer langer Wanderweg zurückgelegt werden. Es ist schon 18 Uhr und außer uns gibt es Niemanden zu sehen. Sev gefällt die Idee überhaupt nicht und meint: „Was passiert, wenn ein Bär unseren Weg kreuzt“; das Sie immer wieder zum Ausdruck bringt. Nik kennt allerdings kein Erbarmen und so geht es in den tiefen Wald. Außer einigen Baumwurzeln und umgestürzten Baumstämmen ist der Wanderweg eher als Einfach einzustufen.

Field – Mitten in den Rockies

Dickhornschaf, Jungtier
Dickhornschaf, Jungtier

Auf dem Rückweg beobachten wir am Straßenrand noch Dickhornschafe, die sich vom Straßenlärm nur wenig beeindrucken lassen. Unsere heutige Unterkunft befindet sich in Field, einem 300 Seelen Dorf, inmitten des Yoho Parks. Übernachten werden wir im Canadian Rockies Inn, einem kleinen Hotel mit Blick auf die Rockies und die Canadian Pacific Railway. Überzeugt haben uns das Preis- und Leistungsverhältnis des Hotels und natürlich die Lage. Zum Lake Louise sind es weniger als 30 Fahrminuten. Der freundliche Eigentümer Luc kommt ursprünglich aus Quebec und leitet das Hotel mit Liebe und Sorgfältigkeit.