29. Juli – Vancouver von seiner schönen Seite erleben

Blue Horizon Hotel
Blue Horizon Hotel

Schöner kann ein Tag nicht beginnen, als mit einem Panoramablick über Vancouver. Die Aussicht ist einfach fantastisch! Die English Bay liegt einem förmlich zu Füßen. Außerdem gibt es keine einzige Wolke am Himmel. Das verspricht ein toller Tag zu werden. Die Freude ist allerdings nicht von langer Dauer, zumindest bei Nik. Aus der Dusche kommt nur kaltes Wasser. Da Sev heute als erstes geduscht hat, hat sie Glück gehabt und den letzten Tropfen warmes Wasser abbekommen. An der Rezeption erfahren wir, dass der Grund Wartungsarbeiten im Hotel Blue Horizont war. Uns knurrt der Magen. Frühstück gibt es heute im nahegelegenen Tim Hortons, einer beliebten kanadischen Schnellrestaurantkette. Es gibt eine große Auswahl zu erträglichen Preisen inmitten einer verhältnismäßig teuren Metropole.

Lynn Canyon Suspension Bridge – ein wackeliges Abenteuer

Lynn Canyon Suspension Bridge
Lynn Canyon Suspension Bridge

Unser erstes Ausflugsziel heute ist der Lynn Canyon Park in North Vancouver. Der Weg dorthin verläuft durch den Stanley Park, wo wir in einen Verkehrsstau geraten. Ein Unfall auf der Lions Gate Bridge lässt uns über eine Stunde im Stau warten. Am Lynn Canyon angekommen finden wir zum Glück sofort einen Parkplatz. Momentan ist Hochsaison und es wimmelt nur so von Besuchern. Hauptattraktion ist die Lynn Canyon Suspension Bridge, eine frei schwingende Seilbrücke für Fußgänger innerhalb des Parks. Mit einer Länge und Höhe von 50 Metern überspannt sie den Lynn Creek. Von der Brücke aus flussaufwärts befindet sich nur wenige Minuten zu Fuß entfernt der 30 Foot Pool. Die felsige smaragdgrüne Wasserstelle ist eine beliebte Badestelle. Der Badespaß ist allerdings nicht ungefährlich und die Wassertemperatur nicht unbedingt warm. Auf eine Wanderung zu den Twin Falls verzichten wir aus Zeitgründen. Unser Fazit: uns gefällt der Lynn Canyon Park und der Eintritt ist frei. Trotzdem ist er kein Ersatz für den Capilano Suspension Bridge Park. Den hatten wir bereits auf unserer Reise im Jahr 2012 besucht.

Grouse Mountain – Vancouvers Hausberg ruft

Seilbahn, Grouse Mountain
Seilbahn, Grouse Mountain

Als nächstes geht es auf Vancouvers Hausberg, der sich ebenfalls in North Vancouver befindet. Der Grouse Mountain ist ein beliebtes Ausflugsziel, nicht nur wegen der tollen Aussicht. Der über 1200 Meter hohe Berg bietet im Sommer zahlreiche Freizeitaktivitäten, wie Skyride, Eye of the Wind, Wildlife Refuge, Ziplines, Paragliding und eine Holzfällershow. Ein Parkplatz ist auch hier schnell gefunden. Gemütlich schweben wir in der Gondel einer Drahtseilbahn über Zedernwälder auf das Dach Vancouvers. Alternativ gibt es nur einen 3 Kilometer langen Wanderweg für den Aufstieg. Warum laufen, wenn es auch bequem geht, lautet unser Motto. Die Auffahrt mit der langen Seilbahn ist ein Erlebnis. Wegen der hohen Anzahl von Besuchern geht es in der Gondel ziemlich dicht gedrängt zu. Oben angekommen genießen wir zunächst die Aussicht auf die Metropole Vancouver. Auf dem Weg zur Bergspitze gibt es eine Show. Zwei Holzfällertypen zeigen dem Publikum ihr Können. Die unterhaltsame Show zielt dabei auf Familien mit Kindern. Die beiden Typen tun was für ihre Fitness und den Besuchern scheint das zu gefallen.

Grizzlybär
Grizzlybär

Unmittelbar in der Nähe gibt es Bären auf dem Berg. In einem Tiergehege leben seit über 10 Jahren Grinder und Coola, zwei verwaiste Grizzlybären aus British Columbia. Heute zeigt das Thermometer über 30 Grad Celsius an und die Bären holen sich eine kühle Erfrischung in einem Wasserloch. Dabei kann man die Bären aus sicherer Entfernung beim Baden beobachten. Auch wenn die Grizzlys putzig aussehen, bleiben sie gefährliche Raubtiere. Beim Anblick der Tiere haben wir gemischte Gefühle. Es ist zwar traurig, die Bären in einem kleinen Gehege zu sehen, aber ohne menschliche Hilfe würden sie wahrscheinlich nicht überleben. Das Refuge auf dem Grouse Mountain ist angeblich kein Zoo, sondern eine Forschungseinrichtung für bedrohte Tierarten. Dazu zählen eben auch Grizzlybären!

Eye of the Wind – Windrad mit 360 Grad Weitblick

Wir lassen die Grizzlybären Grinder und Coola hinter uns und fahren mit einem Sessellift bis zur Spitze des Berges. Dort erwartet uns ein 360 Grad Weitblick auf einer Windkraftanlage. Das Windrad mit seiner 65 Meter hohen Aussichtsplattform wurde extra für die olympischen Winterspiele 2010 errichtet. Es ist die weltweit einzige Windkraftanlage mit einem Glasboden als Aussichtsplattform. Das „Eye of the Wind“  hat sogar einen Aufzug. Am Ziel werden wir mit einem spektakulären 360 Grad Panoramablick belohnt. Höhenangst darf man allerdings keine haben. In dem Ultimate Experience Ticket, das wir bereits am Parkplatz für 56,- Dollar pro Person erworben haben, ist die Auffahrt zur Plattform inbegriffen.

Granville Island – das Feinschmeckerparadies

Restaurant Bridges
Restaurant Bridges

Nach einem erlebnisreichen Ausflug in den Bergen fahren wir zurück nach Vancouver in einen ganz besonderen Stadtteil. Es gibt eine Weisheit, die besagt, dass wenn man Granville Island nicht gesehen hat, dann hat man Vancouver nicht erlebt. Wir wollen mitreden und besuchen die kleine Halbinsel, die südlich von Downtown zwischen den Brücken am False Creek liegt. Lohnenswert sind besonders die vielen Märkte, die zu unserer Besuchszeit leider schon geschlossen haben. Auf dem Granville Island Market gibt es ein großes Angebot an Fisch, Fleisch, Obst und Gemüse. Wir sind nicht zum Einkaufen nach Granville Island gekommen, sondern für ein Abendessen. Die Halbinsel ist zwar klein, verfügt aber über eine vielfältige Sammlung von mehr als 70 Optionen für einen Feinschmecker-Happen. Wir schlendern durch die kleinen Geschäftsgassen zur Promenade und landen schließlich an Granville Islands schönster Restaurantterrasse, dem Bridges. Das Lokal ist seit 30 Jahren ein Wahrzeichen an der Uferpromenade von Vancouver. Die Lage mit Blick auf den False Creek ist einmalig, besonders bei Abendsonne. Die Preise in der Speisekarte mögen zwar etwas höher sein, aber die Essensqualität ist es allemal wert. Im Gegensatz zum frittierten und panierten Rotlachs in Alaska während der letzten Reise wird uns heute als Hauptgericht Gegrillter Wilder Rotlachs serviert. Einfach fabelhaft! Den größten Fehler, den man auf der Insel machen kann, ist ein Besuch ohne Appetit.